Aktuell

zusatzAufführung

So 23. September 2018, 20 Uhr

Toni-Areal, Konzertsaal 3, Ebene 7, Pfingstweidstrasse 96, Zürich
Google Maps

Mitwirkende

Seefelder Kammerchor
Professionelles Vokalensemble
Projektchor
Grosses Orchester mit Studenten der ZHdK

Leitung

Grégoire May

… et la paix revient dans la nuit.

französische Musik für grossen Chor und Orchester

Wir sangen, und schon bei der zweiten Strophe begannen
die fast 1000 Gefangenen, den Refrain mitzusummen,
schreibt Rudi Goguel in seinen Erinnerungen. Mit dem Lied «Die Moorsoldaten» (Chant des marais) gab er 1933 seinen Mitgefangenen Hoffnung – Hoffnung durch Liebe. Die Melodie wurde bald europaweit zur Hymne der Kriegsopfer.

Krieg – Hoffnung – Tod – Liebe – Dürre – Befreiung.
Diese Themen bilden den Rahmen unseres Konzerts, in dem wir Werke französischer Komponisten aus Krisenzeiten des 20. Jahrhunderts zur Aufführung bringen.

PROGRAMM

Chant des Marais

Rudi Goguel/César Geoffray (1933)
für Chor a cappella

Le combat de la vie et de la mort

Jean-Louis Martinet (1967)
für grosses Orchester

Le cantique des cantiques

Jean-Yves Daniel-Lesur (1952)
für 12-stimmigen Chor a cappella

Sécheresses

Francis Poulenc (1937)
für Chor und Orchester

Chant des déportés

Olivier Messiaen (1945)
für Chor und grosses Orchester

Einleitende Worte von Pfarrer Niklaus Peter – Fraumünster

Wie soll man auf Krisenerfahrungen reagieren, so reagieren, dass man nicht von den Ängsten gelähmt wird, dass man nicht vereinzelt, isoliert und von all dem Belastenden heruntergezogen wird, sondern ein Stück Zuversicht und Hoffnung mit anderen teilen kann? Eine tiefe Erfahrung ist es, dass Musik in solchen Momenten hilft, Menschen aus ihrer Isolation befreit, ihnen Gemeinschaft und Hoffnung gibt.

Grégoire May hat ein eindrückliches Master-Projekt entworfen, in dem es genau darum geht: Er geht aus von einer konkreten historischen Situation aus – von den Erfahrungen Gefangener im «KZ Börgermoor» im Jahr 1933, die durch das «Moorsoldatenlied» Worte und Musik für ihre Situation bekamen – und später berichtet haben, wie wichtig das für sie gewesen ist.

Genau dies ist der Kristallisationspunkt für Grégoire Mays Musikprojekt, in dem französische Musik konzertant aufgeführt wird – und dabei solche Erfahrungen evoziert werden. Man könnte einen wichtigen Teil der politischen wie religiösen Musikgeschichte mit solchen Beispielen beschreiben, dann würde deutlich, woher die Musik ihre emotionale Relevanz und Kraft gewinnen kann!